Mit der Szenariotechnik die Entwicklung des Qualitätsmanagement prognostizieren

Wie müssen wir unser Qualitätsmanagement in Zukunft aufstellen? Es wäre zum Beispiel hilfreich, die Anforderungen der Kunden im Voraus zu kennen, um sich so rechtzeitig auf eine Änderung des Kundenverhaltens vorbereiten zu können. Hätten wir bereits früher eine Gewissheit über die Entwicklung zukünftiger Mess- und Prüfverfahren, würde dies bei Investitionsentscheidungen einen erheblichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz mit sich bringen. Die Vorahnung zukünftiger Verhältnisse hat, besonders in der heutigen ökonomischen Situation, eine wichtige Bedeutung. Unternehmen, die sich im Rahmen des Qualitätsmanagement Gedanken über ihre Entwicklung und die Zukunft machen, werden langfristig erfolgreich sein und ihre Existenz sichern.

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Die Szenariotechnik ermöglicht einen Blick in die Qualitätsmanagement Entwicklung

Die Einschätzung einer möglichen Qualitätsmanagement Entwicklung und zukünftigen Situation, die aus der Kombination von Daten, Informationen, Erfahrungen und Vermutungen entstanden ist, kann in Form eines Szenarios beschrieben werden. Die Darstellung des „Szenariotrichters“ als Szenariotechnik visualisiert das grundlegende Denkprinzip dieser Methode. Die Gegenwart befindet sich am Ausgangspunkt des Trichters. Bewegt man sich auf der Zeitachse weiter in Richtung Zukunft, öffnet sich der Trichter auf Grund der zunehmenden Unsicherheit über die Entwicklung der Zukunft und grenzt dabei drei „Spezialszenarien“ ab:

• Das Trendszenario extrapoliert den heutigen Stand in eine zu
‏    erwartende Zukunft, falls keine besonderen Einflüsse eintreten.
• Das positive Extremszenario grenzt die bestmögliche für die
‏    Organisation zu erwartende Zukunft ab (best case).
• Das negative Extremszenario stellt die für die Organisation
‏    ungünstigste, vorstellbare Zukunftserwartung dar (worst case).

Innerhalb dieser beiden extremen Annahmen lassen sich nun unterschiedliche denkbare Zustände und unterschiedliche Richtungen in der Entwicklung Qualitätsmanagement einordnen.

Die Entwicklung mit der Szenariotechnik voraussehen – Unterschied zwischen Prognosen und Szenarien

Die klassische Prognose schreibt eine heute bestehende Situation linear in die Zukunft fort, ohne die Wirkungszusammenhänge verschiedener Einflussfaktoren und eine etwaige andere Entwicklung Qualitätsmanagement zu berücksichtigen. Die Szenariotechnik dagegen eröffnet eine Vielfalt von möglichen „Zukünften“ und berücksichtigt ggf. vorhersehbare Störfaktoren im Qualitätsmanagement. Durch ihre bildhafte Beschreibung wird greifbar, was in der entfernten Zukunft zu tun ist. Die Szenariotechnik stützt sich dabei auf zuvor festgelegte Schlüsselfaktoren. Für jeden Schlüsselfaktor werden im Inneren des Trichters alternative Entwicklungspfade in die Zukunft ermittelt, die danach auf sinnvolle Weise zu mehreren − in sich konsistenten Zukunftsbildern − kombiniert werden. Natürlich ist die Zukunft in einem dynamischen Umfeld nicht exakt zu prognostizieren. Die Szenariontechnik und Szenarien im Allgemeinen bereiten die Organisation jedoch auf die Zukunft vor und sensibilisieren für die wandelnde Entwicklung von Situationen.

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Phasenmodell zur Entwicklung von Szenarien im Qualitätsmanagement

Um dynamische Fragestellungen, wie z.B. die zukünftige Ausrichtung des Qualitätsmanagement Systems, auf die Kundenanforderungen zu beantworten, ist es unabdingbar, nach einem methodischen Ansatz zu verfahren. Im Folgenden sind die Phasen einer Szenarioanalyse der Szenariotechnik beschrieben.

1. Situationsanalyse in der Szenariotechnik
Die Phase der Situationsanalyse dient der Erkennung und Strukturierung des Problemumfeldes, indem die Ist-Situation erfasst wird. In dieser Phase ist die Beantwortung von Fragen erforderlich:

• Wie entwickeln sich die aktuell vorhandenen Qualitätsstandards?
• Welche neuen Qualitätsstandards sind in Zukunft zu erwarten?
• Wie wichtig ist eine Zertifizierung?
• Wie kann sich der Kundenstamm durch die Zertifizierung ändern?
• Welcher Standard trägt am meisten zur nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens bei ‏der ISO 9001, bspw. wenn bestehende Interpretationen berichtigt werden ‏sollen.

Je genauer dieser Schritt der Situationsanalyse durchgeführt wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Szenarien plausible Ergebnisse liefern.

2. Ermittlung und Analyse der Einfluss-/ Schlüsselfaktoren in der Szenariotechnik
Im zweiten Schritt werden alle unmittelbar auf die Situation einwirkenden Einflussfaktoren (z.B. mittels Brainstorming) identifiziert und festgehalten. Diese sollten nun nach Oberbegriffen geordnet werden. Beispiel für das Qualitätsmanagement  System:

• Einflussbereich Kunde
• Stellenwert der Normanforderungen
• Durchdringungsgrad am Markt
• Mitarbeiterakzeptanz des Qualitätsstandards
• Nötige Umsetzungsqualifikation
• Benötigte Ressourcen zur Umsetzung
• Einflussbereich Umfeld
• Allgemeine Anerkennung von Standards und Zertifizierungen
• Qualitätsfähigkeit der Wettbewerber

Im Anschluss werden die gefundenen Einflussfaktoren auf die Stärke ihres Einflusses analysiert. Je stärker ein Faktor auf einen anderen wirkt, desto ausgeprägter ist dieser für das Szenario in der Szenariotechnik zu berücksichtigen. Das lässt sich zwar nicht genau messen, jedoch kann eine Aussage getroffen werden, ob gar keine Wirkung zwischen zwei Einflussfaktoren besteht oder ob eine starke Wirkung festzustellen ist. Wichtige Einflussfaktoren, die durch Maßnahmen und Strategien beeinflusst werden können, weisen eine höhere Relevanz auf und werden als Schlüsselfaktoren bezeichnet. Das Ergebnis dieses Schrittes ist also eine Übersicht über die wichtigsten (Schlüssel-)Einflussgrößen.

3. Erarbeitung von Rohszenarien/Zukunftsprojektionen in der Szenariotechnik
Nun werden die zuvor ermittelten Schlüsselfaktoren einzeln in den gewählten Zukunftszeitpunkt projiziert: Wie kann sich der Schlüsselfaktor im Rahmen des vorgegebenen Zeithorizonts künftig entwickeln? Es kommt dabei darauf an die wesentlichen plausiblen Alternativen als Ausprägungen festzuhalten. Als hilfreiche Möglichkeit hat sich hierbei die Zwicky-Box (Morphologischer Kasten) gezeigt. In der linken Spalte sind die Schlüsselfaktoren aufgelistet und in den verbleibenden Spalten werden die einzelnen Ausprägungen bzw. Projektionen in die Zukunft erfasst. Mit Hilfe dieser Tabelle ist es möglich, die Ausprägungen der einzelnen Faktoren zu einem Szenario zu verbinden. Dabei bieten sich unendlich viele Möglichkeiten der Kombination an. Nicht alle Kombi- nationen sind dabei sinnvoll und manche schließen sich sogar gegenseitig aus.

4. Entwicklung von Szenarien in der Szenariotechnik
Anhand der gefundenen Schlüsselfaktoren und deren Zukunftsprojektionen in der Zwicky-Box werden nun einzelne Szenarios entwickelt, indem schlüssige Kombinationen von Zukunftsprojektionen gebildet werden. Dabei ist die Frage zu beantworten: Wie plausibel ist das gemeinsame Auftreten der dargestellten Zukunftsprojektionen in einem in sich schlüssigen Zukunftsszenario? Jedes Szenario wird deshalb auch als Projektionsbündel bezeichnet.

Beispiel für ein Szenario:
Durch die Einbindung in neue Gesetze wird die Norm für alle Branchen bindend und muss bei den Mitarbeitern durchgesetzt werden. Die Frage, wie viele „Szenario-Kombinationen“ entwickelt werden sollen, lässt sich nicht so einfach beantworten. Generell sollten immer die Extremfälle des „best case“ und des „worst case“ sowie die mittlere Entwicklungslinie abgedeckt sein.

5. Szenario-Transfer in der Szenariotechnik
Die Folgen der erstellten Szenarien für einzelne Handlungsbereiche des Gestaltungsfelds Qualitätsmanagement müssen nun noch ausgewertet und in die Qualitätsstrategie (Q-Politik, Q-Ziele) eingearbeitet werden. Das Ergebnis ist damit eine robuste Strategie, die immer eine hohe Erfolgschance hat, unabhängig davon, welche externen Situationen eintreten werden.

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